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Krebse-Essen

Kräftskiva (schwedisch)

Der schwedische Dichter Erik Axel Karlfeldt sagte einst: "Der Tisch ist gedeckt im Laubengewölbe die Lampions leuchten, der Abend ist mild. Es rauscht in den duftenden Dolden des Dills und auf den Platten gehäuft sind die prächtigen Krebse". Diese Sätze beschreiben ganz genau das leckere und beliebte Krebseessen in Schweden. (Party Zubehör)

Krebseessen

W
o kommt diese Tradition her?

Dieser Brauch ist noch nicht mal so alt und hat ihren Wurzeln in der Schärenromatik des Zeitalters Königs Oscar II im letzen Drittel des vorigen Jahrhunderts. Auf den Sommerhausterassen der Reichen beginnend, setzte sich das Krebseessen schließlich in allen Bevölkerungsschichten durch. Dass die Krebsfangpremiere am 8. August offiziell eröffnet ist, wurde vor etwa 1oo Jahren von den Amtswegen festgelegt. Dies geschah weil zu viele Krebse gefangen wurden, die Flusskrebse drohten der Ausrottung. Die Schonzeit der Flusskrebse wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts von 1. November bis 8. August festgelegt.  

Flusskrebse sind in Europa schon zeit dem Mittelalter bekannt, in Skandinavien aber, war der Widerwille gegen den alles fressenden Flusskrebsen sehr Groß. Erst durch die dänische Königin Kristina, als sie in April 1504 in Kopenhagen Flusskrebse auftischen ließ, wurden sie erwähnt.

In der schwedischen Literatur des Mittelalters, kommt der Krebs häufig vor. Zum Beispiel in der militärischen Sprache wo ein Brustharnisch, der an den gepanzerte Brust des Krebses erinnert, "kräveta" (Krebs) heißt. Damals dachte man allerdings noch nicht daran, den Krebs zu speisen. Dafür werden Krebse im Mittelalter umso häufiger als Medizin erwähnt. Besonders fein gemahlene "Krebssteine" galten als vielseitiges Heilmittel, u.a. gegen Tollwut, Pest, Harnstau und Ödeme. Ganze Zähne wurden sogar mit Krebssteine plombiert.

Einer der frühesten Nachweise des Krebseverzehrs in Schweden entstammt ein Rezept aus dem Jahre 1522. Der Bischof Peder Månsson, ein der ersten Wissenschaftler Schwedens, empfiehlt Krebse in Branntwein gegen die Cholera.

D
er Krebsfang

Es gibt etwa 500 Arten von Süßwasserkrebsen in der ganzen Welt. Ein der schwedischen Flußkrebse - Astacus astacus - ist wegen seiner ausgezeichnete kulinarischen Qualität, da er aus kühleren, sauberen Gewässern stammt, ein der teuersten seiner Art auf dem Markt.

Am einfachsten werden die Flusskrebse abends oder nachts mit Hilfe einer Lichtquelle ans Land getrieben oder direkt aus dem Wasser geschnappt. Dies ist nicht schwer, denn die Krustentiere befinden sich im Flachwasser. Häufig werden sie aber auch mit einem Fangnetz gefangen. Hierfür wird ein Köder in der Mitte befestigt und das Fangnetz vorsichtig ins Wasser gelassen. Das Netz wird mit einer Leine gehalten und wenn genügend Krebse ins Netz gekrochen sind, wird das Netz schnell hochgezogen. Eine andere Fangart wird mit einer Krebsreuse aus Stahldraht oder Weidenruten ausgeführt. Dieser "Korb" wird auf dem Boden gelegt und die Krebse "wandern" hinein.

Das Kochen
Nachdem die Krebse gefangen sind, werden sie sehr häufig, direkt am Ufer auf eine Feuerstelle im Dillsud gekocht. Der Flusskrebs wird durch das Kochen tiefrot, die Schale ist leicht angeraut. Wer sie zuhause am Herd lieber zubereiten möchte, kann sich ein der viele Rezepten bedienen.

Krebsteller

E
in Krebs - Ein Schnaps - Ein Lied
 
Dann ist es endlich so weit, Freunde, Bekannte, Nachbarn und Familie kommen zum Krebsefest zusammen. An eine lange schön geschmückte Tafel, werden die knallroten Krebse, Käse, Salate und Schwarzbrot aufgetischt. Gefüllte Schnapsgläser stehen in Reihe und warten auf das Startzeichen. Der erste Krebs wird ordnungsgemäß an der Unterseite ausgesaugt, man schmeckt das salzige Dillwasser im Mund und das leckere Fleisch wird aus dem Krebsschwanz entnommen. In die eine Hand das Glas, in der anderen das Krebsfleisch, stimmen die Gäste nun zum ersten Lied ein. (Lieder siehe unten)

Die bunten Lampions, die lustigen Hüte und Lätzchen, der milde Vollmondnacht und das leckere Krebsemahl in netter Gesellschaft!
Was könnte noch schöner sein?

 


H
ier sind einige bekannte schwedische Schnapslieder:
Helan går
Helan går sjung hoppfaderallanlallanlej.
helan går sjung hoppfaderallanlej.
Och den som inte helan tar han heller inte halvan får.
Helan går ....(trinken) sjung hoppfaderallanlej! 

auf deutsch:
Das erste Glas, singt Hoppfalleralla lallan lej.
Das erste Glas, singt Hoppfallerallan lej.
Und trinkt man nicht das erste Glas, gekommt man auch kein zweites nach!
Das erste Glas ..... (trinken) - singt Hoppfalleeraallaan leeej.

 

En taggatråd (Melodie: Oh, Tannenbaum)
En taggatråd, en taggatråd,
det är en tråd med taggar på.
Och är det inga taggar på,
så är det ingen taggatråd.
En taggatråd, en taggatråd
det är en tråd med taggar på.

auf deutsch:
Ein Stacheldraht, ein Stacheldraht,
das ist ein Draht mit Stacheln dran.
Und hätt´der keine Stacheln dran,
dann wär´es auch kein Stacheldraht.
Ein Stacheldraht, ein Stacheldraht,
das ist ein Draht mit Stacheln dran.

 

Zum Wohl - SKÅL!

 

Die Lieder

                   SKÅL

 

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